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Ein sportlicher Höhenflug durch einen "fliegenden Vogel" wäre nicht schlecht für den FCL, der in dieser Saison aufgrund des langen Ausfalls von Yunli Schreiner die Bundesliga-Favoritenrolle los ist. Im Langweider Nest gelandet ist die 22-jährige Yanfei (Familienname Shen), was übersetzt "fliegender Vogel" bedeutet. Die in der Nähe Pekings aufgewachsene Angriffsspielerin und Linkshänderin spielte in der letzten Saison beim Team Coesfeld/Westfalen im Spitzenpaarkreuz der Bundesliga. Mit 18:17 schaffte sie eine knapp positive Bilanz gegen die Besten der Liga, war aber nicht zufrieden. "Ich muss stabiler werden. Etliche Spiele habe ich etwas leichtfertig verloren", so Yanfei. An Zuversicht fehlt es ihr nicht, denn in Langweid, glaubt sie, ist vieles besser. "Ein starker, harmonischer Klub mit sehr guten Trainingsbedingungen. In Coesfeld haben wir uns immer nur zu den Punktspielen getroffen." Mit ihrem Freund Gang Pan, der in Mönchengladbach Tischtennis spielt, hat sie eine Wohnung in Jülich. Aber Yanfei wird nicht nur zu den Spielen anreisen, sondern immer wieder längere Zeiträume in Langweid bleiben. Wie Marie Svensson steht ihr im Langweider TT-Haus ein Zimmer zur Verfügung. Insgeheim hofft Yanfei auf einen längeren Aufenthalt in Langweid. Einige Jahre sollten es in der starken Bundesliga schon noch sein. Bei der harten Konkurrenz setzt dies natürlich erstklassige Leistung voraus. "Ich werde alles versuchen, am Ehrgeiz scheitert es nicht", betont sie. Europa kennt sie auch schon von ihrer ersten TT-Station. Ein Landsmann, der als Trainer in Italien arbeitete, arrangierte 1998 einen Wechsel nach Turin und ein Jahr darauf zum Klub Valle d’Aosta. Am 3. November könnte es ein Wiedersehen geben, denn da spielt der FCL im Achtelfinale des Europacups gegen den Sieger aus Aosta (Italien) und Galati (Rumänien). Yanfei spielte in China für die Provinz Shandong. Drei Jahre gehörte sie zum Nationalkader, u.a. mit Wang Nan, der aktuellen Weltmeisterin und Olympiasiegerin. "In der Jugendzeit habe ich noch mehrfach gegen sie gewonnen", schmunzelt sie. Dass sie im Talente-Schlaraffenland China letztlich "durch das Sieb fiel", mag noch nichts bedeuten. Der "zweite Bildungsweg" führt für Chinesinnen oft über Deutschland. Man denke nur an Spielerinnen wie Gotsch, Zörner oder Schöpp, die nach ihrer Chinazeit hierzulande regelrecht aufblühten und Spitzen-Weltranglistenplätze erreichten. Erstklassige Doppelspielerin Ihre neue Trainerin Csilla Batorfi ist zwar wie immer vorsichtig mit Prognosen, aber doch zuversichtlich: "Mit Yanfei haben wir auf jeden Fall mal eine erstklassige Doppelspielerin bekommen." Die 22-Jährige ist ein umgänglicher, freundlicher Typ, "manchmal aber auch mit einer Blockade im Kopf, wenn es um taktische Umstellungen während des Spiels geht", so ihr ehemaliger Coesfelder Betreuer Rahul Nelson. Arbeit für Trainerin Csilla, die mit ihr auch Doppel spielt. Vielleicht hilft Yanfei das neue, noch sehr umstrittene Zählsystem. In nicht wenigen Spielen hatte sie in der letzten Saison klar die Nase vorn, führte 14:10 oder 17:13 - und verlor. "Jetzt geht es ja nur noch bis elf, also könnte es für mich besser laufen."
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